Wälzen kann ein Anzeichen für eine Kolik sein
Bei einer Kolik leidet Ihr Pferd unter krampfartigen Schmerzen im Bauchbereich. Eine Kolik wird eher als ein Symptom betrachtet, als eine eigenständige Krankheit. Je nach Art bringt diese ein hohes Risiko. Die Forschung geht von einer Sterblichkeitsrate von 5 – 40 Prozent aus. Eine Kolik signalisiert, dass etwas im Pferdekörper nicht richtig abläuft. Dabei ist eine Kolik unabhängig von der Rasse oder dem Alter Ihres Pferdes. Verschiedene Auslöser können die Schmerzen hervorrufen. Der Sammelbegriff Kolik reicht von harmlosen Blähungen über zu gefährlichen Darmverschlüssen. Es gibt Pferde, die anfälliger für Koliken sind als andere. Auslöser dafür können sein, dass das vegetative Nervensystem labil ist. Auch angeborene Engpässe im Darm kommen vor. Unnatürliche anatomische Formen im Bauchraum, in denen sich der Darm verfangen kann, sind ebenso möglich. Als mögliche Spätfolge von starkem Wurmbefall in jungen Jahren kann sich ebenso eine hohe Kolikanfälligkeit darstellen, da durch die Würmer und Wurmlarven die Darmwände nachhaltig Schaden genommen haben können.

Die häufigste Kolikform ist die Darmkolik, die sich in mehreren Arten unterscheiden lässt.

  • Verstopfung im Dick- oder Dünndarm
  • Darmdrehung
  • Darmverschlingung
  • Darmverklemmung
  • Darmverschluss
  • Magenüberladungen
  • Krampf-, Gas- und Sandkoliken

Wie eine Kolik entsteht, hängt von der Ursache ab. Ebenso können Probleme der Blase oder auch der gynäkologische Bereich von Stuten zu Schmerzen oder Kolik führen. Tierärzte können sehr schnell herausfinden, was die Ursachen für die Bauchkrämpfe sind.

Was kann ich tun?

1. Einem Pferd mit Kolik sollte zunächst jegliches Futter entzogen werden.

2. Führen in der Reiterhalle, da sich Ihr Pferd dort wälzen und hinlegen kann ohne dritte dabei zu verletzen

Tipp: Führen Sie Ihr Pferd lieber an einer Lounge, als an einem Führstrick. So kann beim Wälzen des Pferdes der nötige Sicherheitsabstand gewährleistet werden.

3. Bewegung regt den Kreislauf und die Darmtätigkeit an bis der Tierarzt kommt

4. Wälzen nicht unterbinden, da dies Ihrem Pferd Erleichterung verschaffen kann

5. Immer wieder zum Aufstehen motivieren, da es passieren kann, dass sich das Pferd auf Grund der Schmerzen weniger bewegen möchte

6. Kot- bzw. Harnabsatz beobachten

7. Überprüfen sie, ob Auto und Anhänger für einen eventuellen Transport in die Tierklinik zur Verfügung stehen.

Die Behandlung durch den Tierarzt verläuft häufig durch die Gabe von krampflösenden und schmerzstillenden Mitteln in Form von Spritzen. In Fällen wie Koliken, die sich aus Darmkrämpfen entwickelt haben, können diese Medikamente bereits ausreichen, um die Darmtätigkeit in Gang zu setzen. Reagiert Ihr Pferd jedoch nicht auf die Medikamente, kann nur eine Operation helfen.

Warum neigen Pferde zu Koliken?

Betrachtet man den anatomischen Verdauungstrakt eines Pferdes ist dieser sehr ungewöhnlich. Ihrem Pferd ist es nicht möglich zu erbrechen. Wenn Pferde also zu schnell oder auch zu viel fressen, ist ihr Magen sehr schnell gefüllt. Ein Pferdemagen ist in Relation gar nicht so groß. Er umfasst in etwa 15 Liter, zum Vergleich umfasst ein menschlicher Magen in etwa 2,5 Liter. Das komplexe Verdauungssystem reagiert sensibel auf verschiedene Einflüsse. So können sich Stress und andere Faktoren negativ auf den Darm auswirken. Der beinahe 30 Meter lange Darm hat verhältnismäßig viel Bewegungsspielraum, weswegen er sich mit Leichtigkeit verdrehen oder verschieben kann.

Das Neigen der Pferde zu Koliken ist also anatomisch bedingt.

Welche Hausmittel helfen bei einer Pferde-Kolik?

Im Grundlegenden ist von jeglichen Hausmitteln abzuraten, da eine Kolik tödlich für Ihr Pferd verlaufen kann. Werden Symptome für eine mögliche Kolik frühzeitig erkannt, kann Ihrem Vierbeiner mit Hilfe von Heilpraktikern und Tierärzten optimal geholfen werde. Wenn es um das Wohlergehen und die Gesundheit bei so einem komplexen Krankheitsbild geht, sollte nicht ausprobiert werden. Schließen Sie sich mit Ihrem Arzt des Vertrauens kurz, das ist die einzige Möglichkeit, die Behandlung optimal einzuleiten.

Symptome: Welche Anzeichen äußern sich bei einer Kolik meines Pferdes?

Es sollte unbedingt ein Tierarzt zurate gezogen werden, sobald das Pferd folgende Symptome äußert. Zum einen hat Ihr Pferd bereits in Anfangsstadien Schmerzen und zum anderen kann sich eine Kolik schnell verschlimmern und sogar tödlich enden. Pferde leiden im Stillen, weswegen jegliche Anzeichen von Kolik meist erst sehr spät ersichtlich sind. Je früher die Symptome entdeckt werden, umso eher kann eine Operation ausgeschlossen werden. Zunächst muss beachtet werden, dass die Symptome die geäußert werden, abhängig davon sind, wie stark die Schmerzen des Pferdes sind. Dies bedeutet aber nicht, dass bei geringeren Schmerzen keine Ernsthaftigkeit zur Behandlung der Kolik besteht.

Geringe Schmerzen

Das Anfangsstadium einer Kolik ist meistens daran zu erkennen, dass sich Ihr Pferd zu Zeiten hinlegt, die für das Tier eher ungewöhnlich sind. Das Pferd frisst weniger bis kaum und uriniert häufiger als sonst. Die Schmerzen treten eher phasenweise auf, als dass es ein andauerndes Schmerzempfinden aufweist. Zudem kann es zu vermehrten Strecken des Halses im Stehen kommen. Schaut Ihr Pferd immer wieder in Richtung des Bauches oder versucht sogar mit den Hufen gegen den Bauch zu treten, kann dies ein Anzeichen für eine Kolik sein.

Starke Schmerzen

Die Symptome einer stark schmerzenden Kolik sind schneller ersichtlich. Wälzt sich Ihr Pferd oft, schwitzt es stark und ist im Generellen ziemlich unruhig, können das Symptome für starke Schmerzen sein.

Zudem können weitere Symptome hinzukommen:

  • Ihr Pferd verhält sich ungewohnt ruhig oder im Gegenteil sehr unruhig, scharrt mit Vorder- und Hinterbeinen
  • Ihr Pferd wirkt nervös und atmet schneller als normalerweise
  • Ihr Pferd leidet an Verstopfung oder plötzlichen Durchfall
  • Vermehrtes Flehmen Ihres Pferdes

Welche Ursachen können zu einer Kolik beim Pferd führen?

Die Ursachen für eine Pferde-Kolik können beinahe überall liegen. Manche Pferde sind anfälliger für Koliken als andere.

Die Hauptursache für Verstopfungen, oder auf der anderen Seite plötzlichen Durchfall, sind Fehler bei der Fütterung. Zu wenig Heu, Wasser oder blähendes Futter (z. B. (Rasenmäher-Gras), zu viel Stroh, Mais, Rüben oder Brot.

Gaskolik entstehen ebenfalls meist durch diese Futtermittel.

Häufige weitere Verursacher:

  • Zahnprobleme
  • Parasiten
  • Infektionen
  • gynäkologische Probleme
  • Tumore
  • Thrombosen
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Sandablagerungen im Darm (z. B. durch Fütterung auf sandigem Grund)
  • zu viel oder falsches Futter
  • verdorbenes und gärendes Futter

Krampfkoliken hingegen können auch durch Stress oder eine Futterumstellung entstehen. Deshalb kann gesagt werden, dass die Hauptursachen einer Kolik beim Pferd das Futter und Stress sind.

Operation oder Einschläfern: Wie gehe ich am besten mit der Kolik-Erkrankung meines Pferdes um?

Eine Versorgung durch den Tierarzt reicht bei unproblematischen Fällen durchaus. Leidet Ihr Pferd jedoch unter erheblichen Schmerzen und zählt dadurch zu den problematischen beziehungsweise unsicheren Fällen, muss eine Tierklinik aufgesucht werden. Hier können weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Im Notfall kann Ihr Pferd auch direkt operiert werden. Zudem muss ebenfalls operiert werden, wenn der Auslöser für die Erkrankung der Kolik organisch bedingt ist. 

Oft gibt es keine Alternative zu einer Kolikoperation. Eine Kolik bei Pferden kann sehr oft auftreten und zählt auf keinen Fall zu einem Einzelfall. Dadurch, dass Ihr Pferd aufgrund seiner Kolik bereits am Ende seiner Kräfte ist bereitet vorallem die Narkose Risiken. Ruhe bewahren ist angesagt und zusätzlich sollten sich nicht zu viele Sorgen gemacht werden. Die Überlebenschance bei einer Kolikoperation liegt bei etwa 80 bis 90 Prozent, weswegen diese auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden sollte, sobald Ihr Arzt dies äußert.

Die Überweisung Ihres Pferdes in eine Tierklinik erfolgt meist, wenn vor Ort keine Besserung der Kolik herbeigeführt werden kann. In einer Klinik kann nicht nur eine Operation durchgeführt, sondern auch eine ständige Überwachung des Pferdes gewährleistet werden. 

Stündliche Bewegung und wiederholte Flüssigkeitsgaben über die Nasenschlundsonde, für die der Tierarzt jedes Mal anfahren muss, können sich im Stall schlicht als unpraktikabel erweisen. Zudem stehen in einer Klinik die nötigen Einrichtungen für Infusionen bei Pferden mit schlechtem Kreislauf und die technische Ausrüstung für weiterführende Untersuchungen des Pferdes zur Verfügung. 

Einschläfern, die letzte Alternative

Wenn schon beim Eintreffen des Tierarztes oder zum Zeitpunkt der Überweisung Ihres Pferdes in eine Tierklinik Hinweise auf eine schwere Schädigung des Magendarmtraktes oder eine starke Beeinträchtigung des Kreislaufs infolge der Kolik vorliegen, kann oft auch eine Operation Ihr Pferd nicht mehr retten. 

Das Einschläfern stellt dann die letzte Alternative dar, wenn:

  • ein Pferd nicht mehr transportfähig ist. 
  • die durch den Tierarzt gestellte Prognose sehr schlecht ist. 
  • die bisherige Behandlung trotz aller Versuche erfolglos bleibt und keine OP möglich ist.
  • eine nötige Operation aus finanziellen Gründen nicht möglich ist. 

Besonders alte Pferde sind durch ihren häufig schwächeren Kreislauf einer Operation nicht mehr so gut gewachsen wie vergleichbare jüngere Pferde. Aus ethischen Grundsätzen heraus sollte die Entscheidung gut überlegt, aber nicht zu lange hinausgezögert werden, um dem Pferd unnötige Schmerzen und Leiden zu ersparen.

Ist die Kolik meines Pferdes tödlich?

Es gibt unterschiedliche Kolik-Ausprägungen, mit verschiedenen Ursachen und Krankheitsbildern. Eine Kolik kann schnell lebensbedrohlich werden. Um zu entscheiden, ob eine Kolik tödlich sein könnte, muss erst mal unterschieden werden, welche Kolikarten es gibt.

Verstopfungen im Dickdarm

Sehr vielen Verstopfungskoliken entstehen aufgrund verminderter Wasseraufnahme. Aufgrund fehlender Flüssigkeit wird der Darminhalt des Pferdes zu fest und kann nicht mehr ausgeschieden werden. Ursachen sind meistens Haltungsfehler bzw. Fehler in der Fütterung. Es kann beispielsweise an zu wenig Heu, zu viel Stroh oder zu wenig Wasser liegen. Auch Überfressen und schlechtes Kauen können Auslöser sein.

Dickdarmkoliken verlaufen eher mild und ziehen sich manchmal über Tage. Es gibt Phasen, in denen Ihr Pferd keine Beschwerden zeigt, aber dennoch nicht gesund ist. Die Heilungschancen sind bei diesem Krankheitsverlauf allerdings gut.

Verstopfungen im Dünndarm

Auslöser für eine Dünndarmverstopfung ist häufig falsches Futter wie Rasenschnitt. Das Gekröse ist das Netgewebe, an dem der Dünndarm in vielen Windungen in der Bauchhöhle aufgehängt ist. Treten Fettgeschwulste am Gekröse auf können diese den Dünndarm einschnüren. Verursacher können Spulwürmer oder natürliche Engpässe im Darm sein. 

Eine Operation Ihres Pferdes ist in diesen Fällen häufig unumgänglich, die Heilungsaussichten sind jedoch recht gut.

Krampfkolik

Bei Krampfkoliken oder auch spastische Koliken genannt, leidet das Pferd immer wieder unter starken Krämpfen, da die Darmtätigkeit hier schubweise sehr hoch ist. Ursachen für diese Kolikvariante sind meist Stress, Fütterungsfehler, schlecht gekautes Futter oder starker Wurmbefall. Diese Form kann im Anfangsstadium spontan wieder abklingen oder durch entsprechende Maßnahmen und Medikamente durch den Tierarzt gestoppt werden.

Gaskolik

Die Gaskolik wird durch blähende Futtermittel wie Rasenschnitt, Rüben, Klee, in der Sonne gelagertes Grünfutter, weiches Brot, Mais oder Kartoffeln ausgelöst. Aber auch mit Pilzen und Bakterien verkeimte Futtermittel können lebensgefährlich werden. Betroffene Pferde neigen verstärkt zu Blähungen, auffällig ist auch der sichtbar größere Bauchumfang.

Sandkolik

Bei einer Sandkolik lagert sich über längere Zeit Sand im Dickdarm ab und wird nicht weiter transportiert. Entstehen kann diese Variante, wenn Ihr Pferd zu lange auf stark abgefressenen Weiden gehalten wird. Auch die Futteraufnahme von sandigen Böden begünstigt Sandkoliken, da das Pferd auf diese Weise vermehrt Sand und Erde aufnimmt. Konsumiert ihr Pferd zu große Sandmengen, kann sich der Dickdarm verdrehen. In diesem Fall muss umgehend operiert werden.

Darmdrehung – Verschlingung

Fehlgärungen im Pferdedarm sind die häufigste Ursache für eine Darmverschlingung. Der Darm gast auf und steigt nach oben, da er nicht in der Bauchhöhle befestigt ist. Sinkt zusätzlich ein anderer Teil des Darms aufgrund von Überladung ab, kann sich der Darm leicht verschlingen. Diese Kolikart ist meist schlechtem Futter oder einer plötzlichen Futterumstellung verschuldet. Es bedarf unbedingt schneller, meist operativer Hilfe.

Darmverschluss

Bei fehlfunktioniernden Arbeitens der Darmmuskulatur, verkrampft sich der Darm oder wird sogar gelähmt in seiner Aktivität. Folglich kommt es zum Darmverschluss. Das Pferd kann nicht mehr äpfeln und der Darminhalt staut sich. Der Inhalt kann nicht mehr durch die Engstelle weiterbefördert werden. Es ist auch möglich, dass sich Tumore im Darm ansammeln und leichte Koliken verursachen, die wiederum einen Darmverschluss auslösen. Der Tierarzt kann mithilfe eines minimalinvasiven Eingriffs das Pferd untersuchen. Dabei schaut er an beiden Seiten der Flanke in zwei Untersuchungen mit einem Endoskop ins Pferd hinein. Ist die Behandlung zeitnah, sind die Heilungschancen recht gut. 

Darmeinklemmung

Wenn in der Bauchmuskulatur Lücken sind oder sich in der Bauchhöhle unnatürliche Öffnungen befinden, kann es zu einer Darmeinklemmung kommen. Hierbei verfängt und verklemmt sich der Darm in diesen Lücken. Bei Hengsten kann ein Abrutschen des Darms in den Hodensack verantwortlich sein. Eine schnelle Operation ist unausweichlich.

Magenüberladung

Eine Magenüberladung führt zu heftigen Schmerzen und Koliken beim Pferd. Manche Tiere speicheln, sie strecken den Hals vor und versuchen zu würgen. Rein anatomisch ist es für ein Pferd jedoch nicht möglich, sich zu übergeben. Der Magen drückt auf das Zwerchfell, das Pferd hat Probleme mit der Atmung und der Kreislauf ist geschwächt.

Eine Magenüberladung ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Ihr Pferd benötigt bei dieser Kolikvariante auf der Stelle tierärztliche Versorgung. Im schlimmsten Fall kann der Magen durch die Überdehnung reißen. Hierbei entleert sich der Mageninhalt im Körper Ihres Pferdes und infiziert so die restlichen Organe, dies führt zum Tod.

Wann hat mein Pferd seine Kolik überstanden?

Wenn Ihr Pferd zunächst starke Koliksymptome wie unkontrolliertes Hinlegen starkes Schwitzen und Schmerzen aufzeigt, ist es möglich, dass es wieder ruhiger wirkt und weniger schwitzt. Dies muss jedoch nicht heißen, dass die Kolik überstanden ist.

Wie erkennen Sie nun, dass Ihr Pferd gesund ist? Kontrollieren Sie die Pulsfrequenz. Bei einem gesunden Pferd liegt der Puls bei etwa 28 – 40 Schlägen in der Minute. Am besten lässt sich dieser an der Innenseite der Ganasche oder oberhalb der vorderen Fessel erspüren. Ist die Pulsfrequenz über der eines gesunden Pferdes, sollte Sie Ihren Vierbeiner in eine Klinik bringen.

Normalerweise ist das absetzen von Kot ein gutes Zeichen, dies bedeutet aber nicht zwingend Entwarnung. Kleine Mengen über mehrere Stunden sind ebenfalls bei schwer kranken Pferden möglich. Trotz Verstopfungen kann sogar normales Äpfeln vorkommen. Ist es der Fall, dass über längere Zeit wässriger Durchfall abgesondert wird, sollten Sie umgehend in die Klinik fahren oder den Tierarzt um Eile bitten. Der Flüssigkeitsverlust kann lebensgefährlich sein.

Nachbehandlung einer Pferde-Kolik: Was muss danach beachtet werden?

Ihr Tierarzt ist Ihr Ansprechpartner Nummer eins, wenn es um die Nachbehandlung Ihres Pferdes geht. Nach einer Kolik-Erkrankung sollte gutes Heu gefüttert werden, um Ihr Pferd zum Trinken zu animieren. 

Kraftfutter sollte erst nach dem Raufutter gegeben und auf mindestens drei Mahlzeiten pro Tag verteilt werden. Unterstützung können Mash, gequetschter Hafer und einmal täglich einen Löffel Leinöl über das Kraftfutter verschaffen. Möhren und einmal täglich ein Medikament, das die Darmflora unterstütz,t sollten ebenfalls in den Speiseplan aufgenommen werden. Auch wenn Sie Ihrem Kolikpatienten etwas Gutes tun möchten, sind Leckerlies ein ganz klares Tabu.

Angenommen die Kolik Ihres Pferdes konnte von Zuhause aus erfolgreich behandelt werden, kann nach etwa 1-2 Tagen wieder mit dem Reiten begonnen werden. Zunächst sollte langsam gestartet werden. Die Trainingseinheiten können stückweise erhöht werden. In wenigen Tagen sollte es wieder möglich sein im normalen Pensum zu reiten. Hören Sie auf Ihr Pferd, es sollte nichts erzwungen werde, für das Ihr Vierbeiner noch nicht bereit ist. Bei Schlappheit oder Müdigkeit sollten Sie es bei einem gemütlichen Ausritt belassen.

Wie kann ich eine Kolik beim Pferd vorbeugen?

Ursachen für eine Kolik bei Ihrem Pferd können vielfältig sein. Aus diesem Grund kann eine Kolik nicht immer vorgebeugt werden. Mit der richtigen Fütterung können Sie zwar keine Kolik verhindern aber zumindest das Kolik-Risiko minimieren. Da der Magen-Darm-Bereich eine große Rolle spielt, können ein paar Vorsorgemaßnahmen eine gute Grundlage für eine gesunde Verdauung schaffen.

Langsames Anweiden

Im Frühjahr ist das Anweiden ein großes Thema. Ihr Pferd sollte nicht direkt ganztägig auf die Weide, da besonders das junge, frische Gras den Magen Ihres Pferdes besonders gärt. Durch das Unterteilen der Weide in kleinere Bereiche wird Ihrem Pferd das Überfressen verweigert.

Das richtige Verhalten auf der Weide

Ihr Pferd sollte erst mittags und nicht hungrig auf die Grasfläche gehen. Um eine Überladung zu vermeiden, sollte Ihr Pferd vor dem Weidegang bereits genügend Raufutter bekommen haben. Der Zucker- und Fruktangehalt im Gras nimmt bei Sonneneinstrahlung ab. Am Morgen ist er zu hoch und löst Gase aus. Wenn Obstbäume auf der Wiese stehen, müssen Sie Ihre Pferde von diesen fernhalten. Ihr Pferd isst sonst zu viel Fallobst. Genügend Stroh und Heu sind ein Muss und müssen deswegen stets zur Verfügung stehen. Das Raufutter regt die Verdauung an und hilft, Gase vorzubeugen. Heu ist das beste Mittel, um Magen-Darm-Erkrankungen vorzubeugen, denn die Darmflora des Pferdes ist von Natur aus darauf ausgerichtet, Heu zu verdauen. Das Kauen fördert die Speichelproduktion und unterstützt so die ungestörte Verdauung, denn für eine normale Nahrungsverarbeitung muss der Mageninhalt ausreichend mit Magensaft (u.a. Speichel) getränkt sein.

Zufütterung

Zu viele Leckereien sind nicht gut für Ihren Liebling. Obst und süßes Gemüse sollten nur in Maßen genossen werden und auf keinen Fall täglich gefüttert werden. Pferdeleckerlis sollten nur zur Belohnung verteilt werden und dies auch so selten wie möglich. Wenn es zum Kraftfutter kommt, sollte dies nicht im Übermaß gefüttert werden. Achten Sie darauf, dass das Futter nicht bereits angegoren oder verschimmelt ist. Eine plötzlicher Futterwechsel kann eine Kolik auslösen, weswegen der Magen-Darm-Trakt langsam an die neue Ernährungsweise gewöhnt werden sollte. Mash kann Ihr Pferd unterstützend bei der Verdauung helfen. 

Zusätzlich können passende Nahrungsergänzungsmittel die Darmflora Ihres Pferdes vorbeugend und nach einer Kolik-Erkrankung unterstützen. Durch die Zugabe von speziellen Nährstoffen lässt sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Koliken eindämmen. Der Magen-Darm-Trakt sollte von jeglichen Giftstoffen befreit werden. Die Chlorella-Alge, mit dem Wirkstoff Chlorophyll ist für ihre starke entgiftende Wirkung bekannt. Sie reinigt den Körper von Abfallstoffen und Schwermetallen, wie beispielsweise Blei, Quecksilber, Kadmium, Pestiziden und Schimmel.

Weiterhin ist der Magen Ihres Pferdes häufig übersäuert. In diesem Fall produziert der Körper zu viel Magensäure. Dadurch wird die Magenschleimhaut angegriffen und es drohen Entzündungen. Hyaluron ist ein natürlicher Säureblocker, der überschüssige Magensäure durch Wasserbindung verdünnt. Schmerzen durch Sodbrennen werden weniger und der Bauchumfang geht zurück.

Omega 3 bekämpft die Entzündungsprozesse im Pferdekörper und durch Bentonit wird der Darm gesäubert, sowie eine natürlich gesunde Darmflora aufgebaut. Sollten Sie in Erwägung ziehen, ein Futterergänzungsmittel zufüttern, sollten Sie darauf achten, dass diese Inhalte gegeben sind.

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Bewegung

Ausreichende Bewegung ist für eine gesunde Verdauung unerlässlich. Bei regelmäßiger Bewegung kommt die Darmmotorik in Gang. Zudem sollte nicht direkt nach der Fütterung geritten werden, da sonst eine eine Verstopfung droht.

Zahnkontrolle

Besonders wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der Zähne. Die Verdauung beginnt mit dem Kauen des Futters. Gibt es Probleme mit den Zähnen Ihres Pferdes, könnte das Futter nicht ausreichend gemahlen werden. Dies kann folglich zu Verstopfungen führen. Die Pferdeäpfel sind ebenfalls ein Aufschlussfaktor über die Ernährung und Futterverwertung im Darm Ihres Pferdes. Die Äpfel sollten gut geballt, glatt und glänzend braun sein, ohne unangenehm zu riechen. Sind Anteile enthalten, die länger als 20 Millimeter länge aufweisen könnte dies darauf zurück zu folgern sein, dass das Futter nicht richtig verwertet werden konnte.

Sonstige Verfahren zum Vorbeugen

  • Dein Pferd sollte genügend trinken. Damit Futterreste im Wasser nicht vergammeln oder Bakterien bilden, muss die Wassertränke regelmäßig gereinigt werden
  • Musste dein Pferd in der Vergangenheit Antibiotika nehmen, kann dies die Darmflora schädigen, da auch die guten Bakterien zerstört werden
  • Pferde sind sehr anfällig für Stress. Stress schadet nicht nur den Nerven Ihres Pferdes, sondern auch der Verdauung
  • Auch homöopathische Unterstützung kann in Erwägung gezogen werden, hier ist es jedoch besonders wichtig, jeden Schritt mit Ihrem Tierarzt oder Tierheilpraktiker abzusprechen